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Zwei alte Leute
Die Straßenbahnbahn bremst, bremst, bremst.
Zwei alte Leuteleute kämpfen, kämpfen, kämpfen
um ihr Gleichgewichtgewicht.
Die Türen, die Türen, die Türen
öffnen sich, sich, sich.
Drei Stufen, Stufen, Stufen
klappen heraus, raus, raus.
Dann.
Die beiden alten Leute starren in den Abgrund.
Vorsichtig schieben sie einen Fuß
in die gefährliche Leere bis zur ersten Stufe,
ertasten die Festigkeit und setzen den Fuß auf.
Nun darf der andere Fuß zur gesicherten Stufe folgen.
So erobern sie die zweite Stufe.
So erobern sie die dritte Stufe.
So erreichen sie die Straße.
Endlich festen Boden unter den Füßen
schwanken sie der nächsten Herausforderung entgegen:
Zwei alte Leute,
Ende 20,
mit der Wodkaflasche in der Hand.
Zum Gedicht:
Die Wiederholungen am Anfang sollen die Desorientierung der "alten Leute" sprachlich ausdrücken. Die Beschreibung des überaus vorsichtigen Aussteigens beruht auf einer beobachteten Situation. Menschen, die vom Alkohol gefangen genommen wurden, erzeugen bei mir zwei Gefühle: Ein wenig Mitleid und viel Zorn. Zorn auf den guten Ruf, den Alkohol immer noch genießt, obwohl er so viele Leben kaputt macht. Alkoholiker werden anscheinend immer nur anderen.
Themen dieser Seite:
Gedicht Alkoholismus, Straßenbahn, Wiederholung als Stilmittel.